Geschichte der Bairishen Geisha
Die Bairishe Geisha gibt es seit 1998. Erschaffen von Judith Huber und Marianne Kirch als spartenübergreifendes Langzeitprojekt, u.a. mit der Zielsetzung, sie als urbane Mythengestalt im kollektiven Gedächtnis der Stadt München zu verankern.
Geishas waren einst volkstümliche Unterhalterinnen, begehrte Geschöpfe der Vergnügungsbranche, dann stiegen sie auf zu stilbildenden Kunst-Frauen und wurden schließlich zu Symbolen der japanischen Kulturtradition. “Die Bairishe Geisha”, ein dreiköpfiges Zauberwesen aus den Münchner Performerinnen Judith Huber, Marianne Kirch und Eva Löbau, bereichert nun auch die heimatliche Kultur um die Dienstleistungen der Geisha.
Die Bairishe Geisha trat als erstes durch das 1998 begonnene Literaturprojekt »Geisha mail« in Erscheinung. 2000 entstand die erste Performance »Mein Gastspiel« und begründete die Zusammenarbeit mit Eva Löbau. Seither entwickelt das Ensemble in verschiedenen Besetzungen Theaterperformances, mit denen das Ensemble u.a. an den Münchener Kammerspielen, dem Münchner Volkstheater und Kampnagel, Hamburg gastierte. Die Arbeit der Bairishen Geisha wurde mit dem AZ-Stern des Jahres 2005 ausgezeichnet. Im gleichen Jahr machte sie als dreiköpfige Belinda in der “Dido” bei den Münchner “Opernfestspiele+” Furore, und begeisterte während des SpielArt-Festivals 2005 mit ihrer allnächtlichen “Einkehr im Schrein”.
Mit der Produktion “Mein München” ist sie 2007 zum Festival Impulse eingeladen.
Ungewöhnliche, nicht dem Theater zugehörige Räume bieten sich der Arbeitsweise des Ensembles an, das immer wieder neue Formen der Beziehung zwischen den Künstlerinnen, ihrem Spiel und ihren Gästen sucht.
In all ihren Stücken sucht Die Bairishe Geisha den Austausch mit anderen Künstlern, einen besonderern Schwerpunkt bildet aber auch die Arbeit mit Laien und Spezialisten.
Die Bairishe Geisha wurde unterstützt von:
Musik: Jacques Bono (Mein Gastspiel), Dim Sclichter (Mein Gastmahl, KlasseAbend, Stüberl, Mein München), Peter Pichler (KlasseAbend, Mein München), Georg Glasl (Weltpassionsspiel)
Animation/Video: Hans-Joachim Blach, Judith Keil
Darsteller: Stefan Kastner (Stüberl); Oliver Haffner, Silke Heise (KlasseAbend); Ren Saibara (Mein München); Fumio Yasui, Taiji Tanaka, Toyomi Suzuki (Sasameyuki); Fanclub Bayern Dynamo-Dresden: René, Tobias, Jan, Tomas (Weltpassionsspiel); Max Kühbandner vom zoologischen Institut München (Die Biene Maja);
Licht: Eberhard Kürn (Mein Gastspiel, Mein Gastmahl, KlasseAbend); Rainer Ludwig (Weltpassionsspiel); Igor Belaga (Stüberl, Sasameyuki, Mein München)
Judith Huber (Performerin)
lebt als freischaffende Schauspielerin in München. Engagements u.a. bei SPIELART München, in Zürich (Schauspielhaus), Hamburg (Kampnagel, Kammerspiele), Berlin (Barracke, DT, Sophiensaele) und Nürnberg. Mit der Produktion „Sitzen in Hamburg“ (Regie: Christiane Pohle) war Judith Huber Preisträgerin des Impulse-Festivals.
Marianne Kirch (Performerin)
lebt als freischaffende Sängerin und Performerin in Brüssel und München. 1993 - 2004 Konzerttätigkeit im In- und Ausland mit zeitgenössischer und mittelalterlicher Musik (ADEvantgard, München; Spittalfields, London; Baalbek, Libanon; u.a.). Seit 2002 entwickelt M. K. Soundscapes für Performance und Tanztheater. Seit 2006 Beschäftigung mit improvisierter Musik und Musik über Netzwerke (Netzmusik).
Eva Löbau (Performerin)
Schauspielstudium am Max - Reinhardt - Seminar Wien. Danach 2 Jahre Stadttheater. Seit 1999 freiberuflich. Gast - Engagements unter anderen am Schauspiel Hannover, Stadttheater Basel, Tif Dresden. Außerdem einige Produktionen auf Kampnagel in Hamburg. Für die Hauptrolle in ihrem ersten Film „Der Wald vor lauter Bäumen“ (2003) von Maren Ade wurde Eva Löbau 2005 auf dem Buenos Aires – Festival del Cine Independente ausgezeichnet. Eva Löbau lebt in Berlin und München.
Markus Grob (Raum)
In Bern aufgewachsen, in Zürich Architekturstudium abgeschlossen, in Wien gearbeitet, 1997 an die Akademie Schloss Solitude Stuttgart und 1998 nach Karlsruhe an die staatlichen Hochschule für Gestaltung als Professor für Architektur berufen. Seit 2001 für die Bühneninstallationen der Bairishen Geisha verantwortlich. Lebt und arbeitet in Karlsruhe und Zürich als Architekt und Autor.
Detlev Diehm (Ausstattung)
Nach der Ausbildung zum Schneidermeister und Gewandmeister an der FH Armgartstraße in Hamburg studierte er Modedesign in Mailand.
Seit 1996 arbeitet er als Modedesigner (Hugo Boss, Regent Handtailored). Seine Arbeit als Chefdesigner bei Regent Handtailored führte ihn 2001 zum ersten Mal nach Japan. Seit 2001 entwirft D.D. die Kostüme der Bairishen Geisha.
